Positives und Negatives
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Positives und Negatives

Positives und Negatives

Ich reagierte unterschiedlich im Verlaufe meines Lebens auf Positives und Negatives. Es kommt ganz auf die Anteile drauf an, die im Vordergrund sind. Ist etwas passiert das mich zutiefst verletzt, kann es sein, dass ich glücklich bin und nein ich überspiele es nicht. Es gibt einen Teil bei mir, der Euphorie empfindet, wenn er schlecht behandelt wird, es fühlt sich richtig an. Andere wiegen sich wohl in Trauer und brauchen es auch wie die Luft zum Atmen. Es gibt auch solche, die nur darauf fixiert sind glücklich zu sein und alles positiv sehen und alles schlechte ignorieren, das Gegenteil davon gibt es auch. Schwarz Weiss denken, wie bei Borderline. Man sieht nur das eine, doch mit all meinen Anteilen Sehe und empfinde ich alles in etlichen Farben. Anfangs nur jede einzeln und das richtig grell, so dass die anderen überblendet werden, so als ob nur noch eine exestiert.

Mittlerweile ist es eher wie ein Regenbogen. Durch die intensive innere Kommunikation, können Anteile mir sagen, warum sie so denken und empfinden. Ich verstehe sie. Wir verstehen uns gegenseitig immer besser. Wir haben regelmässig auch Diskussionen, was unser Weltbild angeht und gehen Veränderungen gemeinsam an.

Wie haben wir es verdient behandelt zu werden?

Die Meinungen spalten sich gewaltig. So dass das Positive gewissen Anteilen Schaden kann, Freude, glücklich sein, kann einen zerstören, innerlich zerreissen oder sogar brechen. Ich kam öfters nicht klar, wenn Menschen gut mit mir umgingen. Was ich in einem anderen Beitrag schon erwähte. Andere respektierten meine Grenzen, oftmals noch bevor ich wahrnahm, dass ich überhaupt welche hatte. Ich ignorierte Freunde, weil sie gut zu mir waren. Ich wurde wütend, weil ich mich hilflos fühlte und machtlos. Das Weltbild wurde von einem Anteil ins schwanken gebracht und war überfordert. Von nichts fühlen oder alles sei normal, entstand Angst, weil man nicht weiss, was das Verhalten oder gut behandelt zu werden für Konsequenzen mit sich zieht. Man erwartet Bestrafung oder dass die andere Person nur so nett tut, doch in Wirklichkeit auf den perfekten Moment wartet um uns zu Schaden. Was ich damit sagen will, dass Anteile, die ganz neu Positive Erfahrungen machen, wachsamer und misstrauischer werden können und sie sich beginnen zu verteidigen. Auch bei Menschen, die der ANP oder andere Anteile bereits schon kennen und vielleicht auch mögen.

Ich hab auch heute noch Probleme mit positiven Erlebnissen, Denkweisen und dessen verbundenen Emotionen. Es löst manchmal auch ein Ohnmachtsgefühl aus, besonders wenn ich Bücher lese bei denen es darum geht das Selbstwertgefühl aufzubauen. Ich kann es nicht so einfach durchlesen wie ein Buch der klassischen Literatur, da es in meinem inneren System viel auslöst und viele Fragen, Verwirrung auslöst. Ich kann manchmal ein Buch erst Tage, Woche oder Monate wieder weiterlesen und das ist auch völlig in Ordnung. Wenn ich merke, dass es innerlich viel aufwühlt, dann braucht es Zeit um das gelesene zu verdauen. Auch positive Erlebnisse müssen verdaut werden. Der Grund, warum ich Zeit brauche sie zu verdauen liegt am Weltbild von Anteilen, der Angst vor Unbekanntem und der Glaube ich habe das nicht verdient oder darf es nicht, so wie es einem beigebracht wurde. Die Angst wird stärker, wenn man realisiert, dass es anders sein kann. Man darf es jetzt und damals durfte man es nicht. Warum? Was hab ich falsch gemacht?

Ich lernte, dass positives und negatives nicht von einem selbst abhängen muss. Wie werde ich behandelt? Gut oder schlecht? Das entscheide nicht ich, nicht als Kind, sondern mein Umfeld. Sie zeigen mir, was ich für die Wert bin. Als erwachsene Person, kann ich entscheiden wer gehört zu meinem Leben wer nicht, was bedeutet ICH ENTSCHEIDE, was ich WERT bin und was nicht. Aber das zu realisieren, danach zu Handeln, braucht viel Kraft und es fühlte sich ständig an als ob ich plötzlich den inneren Schmerz noch stärker wahrnahm. Positives fühlte sich im ersten Moment schrecklich an. Nicht weil es schrecklich ist, sondern weil es damals schrecklich war und man den Vergleich hat, wie es hätte sein können. Es braucht Zeit das negative zu verarbeiten und sich davon zu verabschieden und positives anzunehmen und seinen eigenen wahren wert zu sehen.

Momentan bin ich an einem Punkt, wo ich vieles in Frage stelle. Nicht meine Vergangenheit, da weiss ich, dass ich nicht wertlos war, sondern mir die Menschen nur das Gefühl dafür gaben, damit ich mir mehr Mühe gebe in der Hoffnung ich bin irgendwann genug gut. Genauso kennen es die Täter auch nicht anders. Ich weiss, dass ich mir meinen wert nicht erarbeiten muss. Ich bin genug gut, so wie ich bin und sein möchte und Menschen in meinem jetzigen Umfeld mögen mich, ohne dass ich etwas tun muss. Was ich in Frage stelle ist, meine Zukunft. Was will ich davon? Welchen Beruf? Was interessiert mich was nicht? Doch dabei kommen immer wieder Erlebnisse hoch, wo Verbote herrschten. Ich darf diese Ausbildung nicht, weil ich da nicht genug verdiene und jene nicht, weil… Wieso nicht? Heute darf ich jeden Beruf ausüben oder erlernen den ich gerne möchte und niemand verbietet es mir. Ist das nicht grossartig? Noch mehr Positives. Wuhu… Doch in Wirklichkeit ist es der Horror für mich.. in meinem Kopf geht ne Bombe hoch… Ich mache das Lehrerseminar und anschliessend wollte ich die PH (Pädagogische Hochschule) machen. Ich hab auch schon Praktikums gemacht und ich hab ein Händchen für Kindern, besonders für Schwierige. Dank meinen Anteilen habe ich ein grosses Verständnis für andere und weiss wie ich mit unterschiedlichen Charakteren umgehen muss, um eine Verbindung aufzubauen. Ich wollte deshalb Lehrerin in einer Klinikschule werden. Rational gesehen wäre es der perfekte Job, aber ich weiss nicht, ob mein Herz gleicher Meinung ist.

Als kleines Kind begann es bei mir schon, dass ich Kleider liebte, ich bastelte für meine Barbies aus Taschentücher Kleider bis ein Vorfall geschah… Ich hörte damit auf bis meine Mutter mir Stoff kaufte also begann ich wieder Kleidern zu basteln bis wieder etwas Vorfiel… Also hörte ich wieder auf. Bis ich nur noch Kleider zeichnete, doch auch da hörte ich wieder auf. Ich hörte immer wieder auf, weil ich Verbote bekam und mir eingeredet wurde, dass ich weder Schneiderin noch Modedesignerin werden darf und ich nur Ressourcen verschwende, wenn ich es in der Freizeit machte. Doch ich beneidete andere, die das Recht und Erlaubnis haben schöne Kleider entwerfen zu dürfen.

Heute hab ich das Recht auch wie jeder andere und es zerreisst mich innerlich. Ich habe Angst den Weg einzuschlagen, den ich Ursprünglich immer wollte, weil ich lehrte, dass es Falsch ist. ICH DARF DAS NICHT! Obwohl mich schon nur der Anblick eines Stoffes so faszinieren kann und Freude auslöst und mir sogleich Ideen für ein atemberaubendes Kleid in den Sinn kommt. Bei diesem Thema sind alle integrierte Anteile begeistert, weil die unterschiedlichen Kleidergeschmäcker sich bei Eigenkreationen vermischen und jeder bringt gerne seine Ideen und Tipps hinzu bis alle einverstanden sind. Ja, hier werden sie immer einig. Irgendwann gefällt es jedem Anteil. Wir alle fühlen uns grossartig zusammen und sind stolz auf uns selbst. Teamarbeit mit Begeisterung. Nur bei diesem Thema ist die Begeisterung und das Engagement so gross, aber ich merke, dass ich trotzdem auf eine Erlaubnis warte. Ich konnte mir bisher nur die Erlaubnis geben, wieder Kleider zu zeichnen und Bücher über Kleiderschneidern zu kaufen. In welche Richtung sich meine Ausbildung entwickelt, weiss ich noch nicht. Zuerst muss ich mir die eigene Erlaubnis getrauen zu geben, auch hier das Positive in mein Leben zu lassen und es annehmen zu können. Wenn ein grosser Schritt nicht geht, muss man mit kleinen Dingen beginnen, um zu realisieren, dass es anders ist und Bestrafungen, Verbote nur noch Luft ist. Auch wenn es rational logisch ist, dass mir das nichts passiert, wenn ich einen anderen Weg als Lehrerin eingehen würde, ist es emotional bei vielen Anteilen noch nicht verankert. Gewisse Anteile sind noch Kinder und halten sich noch an Regeln, die für sie damals galten und so glauben diese, sie brauchen sie auch heute noch. Es braucht Zeit und Mut immer wieder einen kleinen Schritt zu versuchen, wenn man sich wieder gefasst hat. Step by step.

Sobald man weiss wieso ein Anteil eine gewisse Einstellung zu etwas hat, kann man auch daran arbeiten. In welche Richtung es geht, entscheidet man immer noch selbst (gemeinsam).

Doch wenn dein Leben in einem Museum ausgestellt werden würde mit Bildern, Statuen, Filmausschnitte, Texten, so dass es jeder betrachten kann, wenn du gestorben bist. Wie z.B. Beruf, Familie, Freunde, Hobbies, usw. würde man dich dann so sehen, wie DU gesehen werden willst? Oder wie du glaubst sein zu müssen und wie dich andere wollen würden? Dieses Beispiel aus dem Buch «The Big Five for Life» von John Strelecky brachte mich dazu mein Leben nochmal zu überdenken. Er schreibt einige sehr gute Bücher, die einen anregen über den Sinn seines Lebens nachzudenken (mit Hilfestellungen), was bei mir auch funktionierte.

Als ich das Buch «The Big Five for Life» anfing zu lesen, realisierte ich, dass ich bis jetzt einiges erreicht habe, doch ich lebe immer noch nicht mein Wunschleben. Sicher zu sein, ist erst der Anfang von einem neuen Leben. Dann heisst es sich ein Leben so aufzubauen, wie es einem gut tut und da kommt viel Positives auf einen zu und mehr Distanz zum Negativen. Ich kann nur noch eins dazu sagen. Es ist hart, aber es ist´s wert weiterzumachen, auch wenn man in Sicherheit ist. Man hat mehr verdient als sicher zu sein. Jeder verdient es sein Traumleben zu verwirklichen, wenn er es auch möchte. Was denkst du dazu?

Ist man in Gefahr, möchte man sicher sein. Ist man in Sicherheit, möchte man…?

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