Zusammenleben mit mehreren Persönlichkeiten – Heute vs. Früher
1163
post-template-default,single,single-post,postid-1163,single-format-standard,bridge-core-1.0.5,ajax_fade,page_not_loaded,,paspartu_enabled,paspartu_on_bottom_fixed,qode_grid_1300,qode-content-sidebar-responsive,qode-theme-ver-18.1,qode-theme-bridge,disabled_footer_top,wpb-js-composer js-comp-ver-6.0.2,vc_responsive

Zusammenleben mit mehreren Persönlichkeiten – Heute vs. Früher

Ich (Claudia) werde euch hier meine Schritte der Aufarbeitung bis hin zur Zusammenarbeit mit meinen unterschiedlichen Persönlichkeiten im Alltag erläutern und wie es überhaupt dazu kam, dass sie sich mir, dem ANP (Claudia) zeigten. Genauso die Rollenverteilung unter den Persönlichkeiten/ Anteilen.

Dazu möchte ich euch eine meiner Persönlichkeit vorstellen JoJo, wie der Jojo. Das Spielzeug. Dieser Teil von mir hat gelernt das Leben als Spiel anzusehen, wie ein Jojo. Man ist an eine Schnur gebunden wie ein Hund an seine Hundeleine und jemand hält diese. Man bestimmt nicht über sein Leben. Seine Bedürfnisse sind irrelevant. Man spielt das Spiel solange und so oft wie derjenige, der die Schnur hält es Spielen will.

Diese Schnur hielt meine Mutter. Sie brachte mich immer wieder zu den Ritualen. Ich verweigerte es immer wieder, doch dann wurde sie, die die im Alltag brav und fürsorgich war, gewalttätig. Sie war wie ausgewechselt, zog mich an den Haaren und schleifte mich so zum Auto. Würgte mich, usw. So entstand ich Jojo. Ich lernte aufzugeben, doch was sie nicht wusste; ich gab nur für den Moment auf. Das Spiel hatte ich noch nicht verloren. Ich wartete bis ich die Möglichkeit hatte weg zu gehen für immer. Ich kam nur dann im Alltag nach vorne, um abzuchecken, ob der neue Ort an dem wir gehen für immer sein könnte. Ich kam bei Entscheidungen wie Berufswahl nach vorne, wenn es hiess wir können dann auch von zuhause ausziehen. Hiess es schon nur für ein paar Tage die Woche, sorgte ich dafür, dass wir uns dafür entscheiden und unsere Eltern überzeugten. Wenn die richtigen Leute an diesem Ort sind, könnte ich für immer dort bleiben und das geschah auch. Ich bekam was ich wollte. Ich gewann mein Spiel, dass sie (die Täter) begannen. Ich bin frei. Die Schnur, die mich an sie band, ist gerissen. Ich bin von keinem Menschen mehr abhängig, ob ich essen darf, bekomme, ob ich schlafen darf oder nicht. Was mit mir meinem Körper passiert entscheide ich, wir, jeder von uns hat seine Aufgabe. Aber eine hat nun roch der ANP (Claudia) das Überleben zu sichern in Notsituationen. Niemand von uns (wir sind bis jetzt über 50 verschiedene Persönlichkeiten) entscheidet oder übernimmt das handeln, wenn wir Gefahr wittern.

Claudia lehrte uns folgendes:

– Wir haben es verdient gut behandelt zu werden

– Unsere Bedürfnisse werden respektiert

– Wir müssen nichts mehr, aber können tun, was wir uns seit langem ersehnen

– Sie kümmert sich um unser Wohlbefinden und mittlerweile tun wir das alle zusammen, wenn eine weitere Persönlichkeit sich getraut uns zu zeigen

– Wir dürfen spass haben

– Wir entscheiden, was für uns liebe bedeutet. Sex ist keine Liebe mehr für uns.

– Wir entscheiden, was wir verdient haben.

– Wir entscheiden, was für uns stimmt

– wir überdenken wie wir behandelt wurden und ob es zu unserem Wohl diente

– wir stehen an erster Stelle in unserem Leben und niemad anderes

– Claudia sorgt dafür, dass wir Menschen in unserem Leben haben, denen wir vertrauen können (rationaler Ebene).

– Cornelia zeigt uns wie sich glücklich sein, vertrauen anfühlt in der Gegenwart von Menschen und entscheidet wie Nahe (emotional) wir jemand an uns heranlassen und orientieren uns an unseren Gefühlen, was wir brauchen und uns fehlt.

– Wir werden von Claudia gemocht, egal wie wir sind. Sie mag uns. Jede Persönlichkeit, auch wenn wir schwierig sind oder schlecht drauf.

– Katzen sind grossartig, aber manchmal auch nervig. Aber sie kümmern sich um uns wenn es uns nicht gut geht und wir niemand bei uns haben wollen. Wir sind nie mehr ganz alleine, nicht mehr einsam.

– wir dürfen entscheiden, was wir anziehen, welchen Tätigkeiten wir nachgehen und wie lange, wir dürfen alles essen, wann wir wollen. Es gibt keine Regeln mehr, die uns Schaden. Nur noch solche, die zur einer besseren Zusammenarbeit miteinander im inneren System sorgt.

– Wir können unseren Körper wahrnehmen und darauf achte geben. Wir müssen nicht mehr zwanghaft Sport machen, wenn wir schmerzen haben. Wir dürfen aufhören oder ganz drauf verzichten.

– Wir müssen nicht mehr überleben. Wir können endlich leben, wie wir es uns erwünscht haben.

Das Leben kann schön sein. Ich schätze jede Sekunde, die ich heute habe. Jetzt verstehe ich, warum manche Menschen gerne Leben. Der Unterschied wie es früher war, im Rahmen von ritueller Gewalt und heute ein «normales» (gewaltfreies) Leben ist schockierend für mich, uns alle. Ich, keiner von uns allen würde jemals wieder zurück wollen. Uns geht´s gut, so wies jetzt ist. Ich hätte gerne schon immer so gelebt wie jetzt, aber ich würde mein jetziges Leben niemals so schätzen. Ich wäre bestimmt ganz anders und trotz meinen vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten mag ich mich. Jeder Teil von uns, bin ich. Mag ich, weil ich so viele unterschiedliche Arten hatte um mich zu beschützen und heute habe ich enorm viele Interessen und verschiedene Blickwinkel für Probleme und in der Schule kann ich mit den Anteilen arbeiten, die besser im logischen denken sind oder sprachlich begabt usw. Sie unterstützen mich, Claudia, dafür habe ich versprochen mich um sie zu kümmern und dass wir ein gemeinsames Leben nun haben. Jeder darf seine Bedürfnisse mitteilen und sie werden respektiert, was nicht heisst, dass sie immer sofort erfüllt werden. Manchmal muss man warten bis der passende Zeitpunkt kommt. Prioritäten setzten ist nach wie vor wichtig, aber sie tricksen mich manchmal auch aus, was mittlerweile auch süss ist. Wie z.b. ich habe Essen zu Hause, aber keine Erdbeeren. Also überzeugt mich dieser Anteil der gerne Erdbeeren hätte, das wir unbedingt noch eine Zutat brauchen zum Kochen und sucht absichtlich ein Rezept aus bei dem wir nicht alles zu Hause haben. Also gehen wir einkaufen und im Einkaufskorb befinden sich mehrere Packungen Erdbeeren, weil sie nicht so teuer sind wie gedacht. Bis ich bezahlt habe ist der Anteil stärker im Vordergrund. Ich, Claudia, muss auch ehrlich, dass diese übertriebene kindliche Freude, die der Anteil an den Erdbeeren hat, uns gut tut. Mittlerweile kaufe ich immer welche um diesem Anteilen, sprich uns allen eine Freude zu machen. Den hat ein Anteil eine Freude, der integriert ist empfinden wir diese Freude alle zusammen und das ist schön. Früher war es anders, als wir voneinander abgespalten waren. Empfand jeder nur bei seinen Sachen, Interessen, Vorlieben etwas, sonst nichts. Heute teilen wir unsere Interessen, Vorlieben, Abneigungen und die dazugehörige Emotionen. Wir sind auch nicht mehr so ambivalent, nicht mehr so zerrissen oder leer und wir haben mehr Kontrolle über unser verhalten. Können uns Zeit nehmen und entscheiden, was wir möchten und uns gut tut. Es gibt nicht ein Richtig und ein Falsch, dass uns von aussen gegeben wird. Es gibt ein alles ist möglich, aber was möchten wir, was tut uns gut. Wie fühlt es sich an? Wie handle ich, dass es mir gut geht? Ich kann mir soviel Zeit lassen wie ich will, bis ich es herausfinde.

Unser Leben ist endlich lebenswert. Ich fühle mich wertvoll, weil ich mir meinen eigenen Wert gebe und was andere von denken ist irrelevant, da sie keinen Einfuss mehr auf mich haben. Ich bin von niemandem mehr abhängig ausser von mir selbst.

So könnte es bei jedem mit DIS irgendwann auch aussehen, wenn es die jeweiligen Persönlichkeiten auch möchten.

No Comments

Post A Comment