Weltbild verändern
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Weltbild verändern

Weltbild verändern

Nach jeder Trauma Exposition ist die Realitätsüberprüfung unterstützend für den Anteil, der dabei entstand, damit er sich intensiver ins Hier und Jetzt einlassen kann. Aber es gibt noch etwas Intensiveres und Wirkungsvolleres, das längerfristig anhält. Die Realitätsüberprüfung, die ich hier schildere, bezieht sich nicht um den Raum, in dem ich mich befinde, genau zu beschreiben oder das Datum zu wissen.

Diese Übungen, etwas abgewandelt, lernte ich von einer wertvollen Person in meinem Leben. Er war eine grosse Stütze für mich und meine erste Vertrauensperson. Ich getraute mich durch ihn, mich vollkommen ins Hier und Jetzt einzulassen und nicht immer Sicherheit in der Zukunft oder in der Vergangenheit zu suchen. Durch ihn bekam ich das Verständnis, was es ausmacht das Hier und Jetzt mit der Vergangenheit zu vergleichen und darüber zu urteilen, bewerten, interpretieren, aber nicht nur in eine Richtung. Jawohl, bewerten war auch dabei! Mir sagten Therapeuten, man soll nicht werten, weder über Gefühle, Gedanken, sich selbst oder andere. Jeder tut’s und wird’s auch weiterhin, ob unbewusst oder bewusst. Ich persönlich finde es ausgezeichnet, dass jeder bewertet. Denn das brauchen wir bei diesen Übungen. Es ist einer meiner Lebensretter. Meine Bewertungen, Urteile, Interpretationen sagen etwas über mich aus, nicht über andere. Deine Bewertungen, Urteile, Interpretationen sagen etwas über dich aus. Sie sagen dir wie du die Welt siehst. Dein Weltbild.

Das sensationelle an den eigenen Bewertungen, Urteilen und Interpretationen ist, dass sie unser Blick aufs Leben bestimmen. Meistens nur auf einen Blick, denjenigen, den wir gelernt haben. Es schaden uns nicht alle, nur diejenigen, wo wir nicht realistisch sind. Diejenigen, die uns auf Grund unserer Vergangenheit blenden, da wir glauben uns schützen zu müssen, steigern wir uns in sie hinein und fahren fest. Wir stossen die Menschen ab, die unser Weltbild ins Schwanken bringen würden, weil wir dann akzeptieren müssten, jemand hatte uns schlecht behandelt. Realisieren wir, wir sind nicht schuld, verlieren wir die Kontrolle. Sich selbst Schuld zu zuweisen ist eine Verantwortung, die man sich gibt, die man realistisch gesehen nie hätte haben können. Man tuts um sich im Glauben zu lassen, man hätte die Kontrolle darüber haben können. Zusammengefasst, man belügt sich irgendwann selbst, um nicht mehr den gleichen Schmerz aus denselben Gründen erleiden zu müssen, die früher immer wieder geschahen. Man verändert sich und passt sich an. Was man hierbei vergisst: Man erleidet auch während dieser Schutzfunktion Schmerz einfach aus anderen Gründen, obwohl man nicht einmal sich selbst ist.

Hier ist noch meine Reihenfolge aufgelistet, wie ich mit neuen Anteilen in Kontakt komme und mit ihnen ungefähr umgehe:

  • Den Hintergrund, der die schützende Verhaltensweise des Anteils auslöste, kennen
  • Das zwanghaftes Verhalten, das Sicherheit gibt, des Anteils auflösen. Z.B. mit der Trauma Exposition oder den Übungen unten
  • Vergleiche die Vergangenheit und Gegenwart miteinander. Anschliessend bewerte die Unterschiede. (Ist mein Handeln von früher, heute noch notwendig? Bin ich zufrieden? Nein, warum?)
  • Orientiere dich and der Zukunft. Verändere die schlecht bewerteten Dinge. Frage dich: «Wie erreiche ich meine Bedürfnisse?» Diese Antwort kannst nur du selbst herausfinden. Probiere aus und gib nicht auf. Manches geht schneller, manches braucht länger. Doch tust du nichts, ändert sich nichts.

Ich habe unten verschiedene Tabellen gemacht, die Übungen darstellen. Sucht eine passende heraus oder ändert sie ab. Ich ändere sie selbst auch ständig wieder ab. Es ist sehr Situation, Anteil und Bedürfnis bedingt. Seid kreativ. Hier sind weitere Ideen, was ihr in eure Tabellen einbauen könnt:

  • Bin ich heute mit meiner Tätigkeit bei Tageslicht zufrieden?
  • Bin ich heute mit der Tätigkeit in der Nacht zufrieden?
  • Was könnte man verändern?
  • Welche Regeln galten/ gelten? Wer kontrolliert, dass sie eingehalten werden? Bestrafung? Wollen wir das so?
  • Was sind unsere Ziele? Erreichen wir diese? Wie erreichen wir diese?
  • Zu Personen in unserem Umfeld: Wie Verhalten sie sich uns gegenüber, wenn es uns gut oder schlecht geht? Halten sie den Stopp oder die Grenzen ein?
  • Haben wir mit Tätern noch kontakt? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? Was nützten sie mir? Geht es mir gut mit ihnen?
  • Wo ist der Unterschied, dass ich jetzt selbst entscheiden darf und früher nicht?
  • Bewerte ich mich in dem Moment so, wie ich andere mit dem gleichen Verhalten, Handlungen bewerten würde? Nein. Warum nicht?
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