Verträge
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Verträge

Verträge

Warum mache ich Verträge mit meinen Anteilen? So ziemlich jeder Anteil entstand aus einem guten Grund, um mich (rationalen ANP) oder uns (emotionalen ANP und EP’s) zu schützen. Dafür bin ich dankbar, doch jeder Anteil lernte seine eigene Art dies zu tun. Damals war ihre Reaktion auf die Aktion lebensnotwendig und hilfreich, um unser Leben zu sichern, aber in dem Moment wo ich das hier schreibe nicht mehr. Um den neuen Anteilen die Struktur des ANP bei zu bringen (einen normalen Alltag, eigenes Leben gestalten, Ausstieg, usw.), brauchen sie ihre Überlebensstrategie nicht. Erst dann, wenn ich wieder in dieselben Situationen komme wie einst. Der Vertrag hilft meinen Anteilen sich in das alltägliche Leben zu integrieren, indem sie wissen, was sie dürfen und was nicht und unter welchen Bedingungen. Die Überlebungsstrategie halten sie bei mir bei, aber nur unter klaren Bedingungen dürfen sie wieder so wie früher handeln und der rationale ANP muss das ok geben. Meine Verträge stehen auch immer über den Befehlen von den Mitgliedern, da wir (alle Anteile) uns entschieden haben, was das Beste für unser Wohl ist und niemand kann das besser entscheiden als wir selbst. Bei mir stoppte das impulsive Verhalten der Anteile im Alltag, weil sie wussten: «Wir leben die Bedürfnisse von jedem Anteil zusammen aus. In einem gesunden und sicheren Rahmen, wenn es zeitlich passt.» Weil der rationale ANP die anderen Anteile ernst nahm, bekam er die Kontrolle wieder zurück und konnte mich auf meine anderen Ziele, wie die Ausbildung, Haushalt, Haustiere, usw. fokussieren.

Es ist möglich die Verträge zwischen einzelnen Anteilen zu machen oder für alle Anteile und auch solche die neu hinzukommen. Es ist wichtig zu erwähnen für welche Anteile der Vertrag gilt. Denn die Anteile werden Schlupflöcher suchen, um ihre Bedürfnisse auszuleben und ihre gewohnte Lebenseinstellung fortzuführen.

Die Verträge können aufgelöst werden, um sie durch einen Neuen zu ersetzten oder weil man keinen mehr will. Ich persönlich empfehle, wenn man Verträge aufsetzt ihn niemals ganz aufzulösen. Besonders nicht aus dem Grund, weil man denkt die Anteile halten sich jetzt daran und würden dies in Zukunft auch ohne Vertrag tun. Meiner Erfahrung nach ist dem nicht so. Sie wollen einem glaubhaft machen, dass sie sich jetzt daranhalten und dies nun auch ohne Vertrag geht, nur aus dem Grund, um den Vertrag aufzulösen, um wieder zu tun, was sie wollen. Manche kommen auch damit, dass man ihnen nicht vertraut und deshalb ein Vertrag nötig ist und versuchen einem so ein schlechtes Gewissen einzureden. Lasst euch davon nicht täuschen, ich tat’s und bereute es. Aber macht eure eigenen Erfahrungen.

Die Verträge werden grundsätzlich nicht gemacht, weil man einem Anteil nicht vertraut. Ich mache auch Verträge mit Anteilen, denen ich vertraue. Wie mit den Anteilen, denen ich nicht vertraue und die wissen auch, dass ich ihnen nicht vertraue. Um gegenseitiges Vertrauen zu erlangen braucht es viel mehr als einen Vertrag. Es braucht Zeit und man muss einander immer wieder Beweisen, dass alle das gleiche Ziel verfolgen. Ein gesundes, unabhängiges Leben, wo man weder sich noch anderen Schaden zufügt. Die Verträge sind dafür da, um alle Anteile zu schützten und ihnen eine neue Struktur zu geben. Es soll für alle das Gleiche gelten und auch, dass alle zusammen funktionieren können, um trotz all den verschiedenen Anteilen ein möglichst gewöhnliches Leben führen zu können bis das Vertrauen wächst. Meine Verträge wandle ich manchmal ab. Der Grund ist, die Anteile finden Schlupflöcher und das bedeutet es braucht noch mehr Regeln, die in den Vertrag kommen müssen oder neue Anteile tauchen auf, dessen Problematik ich noch nicht spezifisch eingegangen bin, aber zu einem bereits vorhandenen Vertrag passt.

Gibt es Anteile, die dagegen sind, Verträge einzugehen, heisst es kommunizieren. Man kann keine Anteile zwingen Verträge einzugehen, nur weil man selbst (ANP) es so am besten findet. Alle Anteile haben Mitspracherecht. Es muss jeder Anteil freiwillig zustimmen, die im Vertrag erwähnt werden, ansonsten ist er ungültig und da Anteile sich nicht daranhalten werden.

Stellt euch ein Weihnachtsfest vor mit Freunden und Familien. Es sind Erwachsene, Kinder und Teenager anwesend. Alle freuen sich aufs Fest und das Ziel ist es, einen schönen Abend miteinander zu verbringen. ABER nicht jeder kommt mit jedem gleich gut aus. Manche mag man mehr, andere wiederum weniger. Einige sieht man selten oder lernt sie erst noch kennen, andere hingegen begegnet man täglich. Damit dieses Fest ein Erfolg wird, ist es wichtig, dass jeder so sein kann, wie er wirklich ist und so angenommen wird. Nur dann kann man sich wohlfühlen und fügt sich gut ein.

Wie funktioniert das am besten? Man setzt Prioritäten. Das hört sich vielleicht widersprüchlich an, aber wenn man weiss, was einem wichtig ist und was weniger, kann man besser auf das Gegenüber eingehen. So kann man zum Beispiel Streit verhindern. Zum Beispiel ist Person A sehr rechthaberisch und diskutiert mit Person B, kann Person B der Person A zu liebe nachgeben oder das Thema wechseln, wenn es brenzlig wird, um ein friedliches Fest zu feiern. Wenn das Kind zu ende gegessen hat und die Geschenke jetzt auspacken will, weil es endlich mit den neuen Spielsachen spielen will, muss das Kind sich zurückhalten, da die Grosseltern vielleicht langsamer beim Essen sind auf Grund der Probleme mit dem Gebiss. Die Grosseltern haben es auch nicht eilig, weil sie mehr Wert darauflegen, dass die ganze Familie beisammen ist. Trotzdem muss das Kind nicht auf die Geschenke verzichten, weil die Grosseltern nicht das ganze Fest hindurch essen, das Kind muss einfach geduldig sein.

Dasselbe gilt für die Anteile, ein Vertrag ist nicht dafür da, um auf etwas zu 100% verzichten zu müssen. Der Vertrag weisst auf einen gesunden Mittelweg hin, um das Verhältnis zwischen allen Anteilen zu verbessern. Jeder Anteil darf auf die abgemachte Art und Weise seine Bedürfnisse ausleben. Nur muss er Geduld haben und der Vertrag soll dem Anteil auch Sicherheit geben, dass er mit seinem Bedürfnis angenommen und respektiert wird. Das innen Leben mit Anteilen, ist wie eine grosse Familie und dessen Freunde, Bekannte. Jeder verzichtet Mal auf etwas, aber jeder bekommt auch wieder etwas zurück. Man streitet miteinander, weil man nicht die gleichen Ansichten teilt, doch sucht eine Lösung, um ein besseres Verhältnis zu erlangen. Das einzige Problem mit den Anteilen ist, man kann sie nicht aus seinem Leben schmeissen wie man Menschen kann, mit denen man nicht gut auskommt, weil man einen Körper teilt. Dafür lernte ich mit ihnen Konflikte zu lösen, statt davon zu rennen. Genauso lernte ich tolerant zu sein und abwägen, wo meine Prioritäten sind. Mittlerweile habe ich auch Verständnis für Menschen mit einem Scheissverhalten und weiss, dass gerade dann eine ehrliche und offene Kommunikation wichtig ist, damit ein gutes Verhältnis entstehen kann.

Es ist ein Geben und Nehmen zwischen den EP’s und den ANP’s. Meine Ziele werden geteilt mit jedem neuen Anteil und ihre Bedürfnisse werden zu meinen/ unseren. Deshalb Ende ich jeden Vertrag folgend: Sind alle Anteile einverstanden? Meldet sich ein Anteil mit nein, frage ich direkt schriftlich nach: Warum nicht? Manchmal teilen sie es mit und manchmal nicht sofort. Wenn sie es mitteilen und ich mit der Bedingung leben kann, wird der Vertrag mit nochmals derselben Frage abgeschlossen: Sind alle Anteile einverstanden? Denn manche Anteile können auch gegen die Bedingungen eines Anteils sein. Stimmen alle zu, ist der Vertrag ab sofort gültig, wenn nicht heisst es kommunizieren, abwägen, streiten, eine Übereinkunft finden bei der alle freiwillig zusagen und sich auf ein Zusammenleben freuen, irgendwann.

Meine Verträge (nur als Beispiel)

Weitere folgen noch.

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