Ersatz für die Sexualität
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Ersatz für die Sexualität

Ersatz für die Sexualität





Leider kann ich nicht ausführliche Ersätze im Bereich Sexualität geben, wie bei den anderen. Das Problem dabei ist, dass ich selbst nicht wirklich richtige Ersatze fand. Ich weiss auch nicht, ob ich diese jemals wirklich welche haben werde.

Meine Anteile zu diesem Thema sind sehr vielfältig. Damit meine ich, es geht es von einem Extreme in das andere Extreme. Ich will es (Handlung, Rollenspiele, usw.) und ich will das nicht, sondern das Gegenteil davon.

Möglicher Ersatz (kurzfristig):

  • Erotische Bücher (dazu gibt es später eine ausführliche Liste)
  • Sexspielzeug
  • Imaginationsübungen
  • Selbstbefriedigung
  • BDSM (Breitrag kommt noch)
  • Fetishpartys/ Swingerclub (nur öffentliche Events zu deiner Sicherheit)
  • Kuschelpartys
  • Filme (mögliche starke Trigger)

Meine längerfristigere Änderung:

Das Einzige, was bei mir zu diesem Thema längerfristig hinhielt, waren korrigierende Erfahrungen. Neue Erfahrungen, neue Prioritäten, eine Person die mein gesamtes Weltbild im Bezug zur Sexualität, Fürsorge, Grenzen auf den Kopf stellte auf eine gesunde Art und Weise. Ich selbst hatte darauf keinen grossen Einfluss, ich machte schöne Erfahrungen, dank einem anderen Menschen. Untern erkläre ich es etwas ausführlicher.

Erst als mein emotionaler ANP sich bei jemanden zeigte, konnte ich anfangen zu versuchen herauszufinden, was ich wirklich will und was nicht. Davor nicht, weil ich nicht wirklich etwas empfand ausser Leere. Ich reagierte einfach so wie es das Gegenüber wollte. Wenn ich mich einfach anpasse, kann auch nichts Schlimmes passieren. Durch dass, dass das er bezaubernde Gefühle in mir weckte, lernte ich auch Emotionen bei anderen zu spüren. Ich fing an bei anderen mit Abneigung an zu reagieren und das automatisch. Ich nervte mich, wenn mich jemand an flirtete und gab dem Gegenüber direkt den Laufpass. Es überraschte mich selbst, da ich sonst immer freundlich und höfflich blieb und trotzdem ins Gespräch einstieg, auch wenn meinerseits kein Interesse bestand. Mir war es schlichtweg egal.

Mit der Zeit merkte ich, dass es nicht auf die Handlungen ankam, sondern auf die Person, mit der ich die Nähe teilte. Ich hatte anfangs Mühe damit, dass sich bei ihm alle Handlungen, bei denen ich schlechte Erfahrungen erlebte, gut anfühlten. Ich hatte davor noch nie Gefühle empfunden, wenn mich jemand berührte. Egal, ob die Person, die ich mochte, mich nur am Arm streifte oder meine Hand nahm oder wir intimer wurden, ich genoss jede einzelne Berührung. Ich konnte im gefühlslosen Zustand sein oder ein Flashback haben und sobald er mich berührte fühlte ich mich besser, geborgen, sicher. Ich beruhigte mich innerlich schneller in seiner Gegenwart bei Flashbacks und reagierte nicht wie üblich: Ich muss so schnell wie möglich nach Hause und mich in Sicherheit bringen. Er war bisher der Einzige, bei dem ich nie Probleme mit Triggern hatte. Ich liebte sein Geruch, hörte gerne seine Atemzüge und seine Art auch seine Macken und Zwänge. Durch ihn machte ich viele korrigierende Erfahrungen. Was mich bei anderen Menschen triggerte und es noch immer tut, war bei ihm nie ein Problem. Ich war sogar glücklich, einfach nur neben ihm einzuschlafen und wenn ich wach wurde, ihn anzuschauen mit seinen süssen verwuschelten Haaren, wenn er noch immer neben mir schlief. Ich empfand noch nie so eine Freude gegenüber einem Menschen, erst recht nicht, wenn ich dieser Person intim war. Vor ihm war ich immer froh, wenn die Person weg war. Die Gegenwart von Menschen bedeutet für mich Stress, ausser bei Freunden, die ich lange und sehr gut kenne. 

Durch diese schönen Erfahrungen mit ihm, stellte er viele Bedürfnisse die ich durch schlechte Erfahrungen als Gewohnheit lebte in den Hintergrund. Ich musste hier keinen Vertrag mit den Anteilen machen, was wir wollen oder dürfen und was nicht. Den das einzige was alle EP’s und der emotionale ANP wollten war er. Was wir machten spielte dabei keine Rolle, hauptsache wir verbrachten Zeit miteinander. Der rationale ANP hingegen war es egal, was wir empfanden. Ihm war es nur wichtig, dass wir unsere Gesundheit nicht gefährdeten und ausserhalb des Schlafzimmers auf Augenhöhe mit ihm waren.

Auf Augenhöhe zu sein bedeutet für mich, dass man offen und ehrlich zu einander sein kann. Man versucht den anderen zu verstehen und Kompromisse einzugehen, wenn es Konflikte gibt, als dass nur jemand entscheidet, weil er glaubt alles zu wissen. Zusätzlich bedeutet es für mich , dass man die andere Person zu nichts drängt, Grenzen respektiert, aber trotzdem immer seine Gedanken und Gefühle mitteilt, damit es keine Missverständnisse gibt. Schliesslich hat jeder eine andere Wahrnehmung und nur durch Kommunikation lernt man den anderen besser zu verstehen.

Ich machte mit meinen Anteilen einem Vertrag, in dem es nur darum ging, dass seine Grenzen zu unseren wurden, solange wir unsere Gesundheit nicht gefährdeten. Der Grund dafür ist, dass mich (uns) es seine Sehnsüchte, Wünsche erfüllt kennen zu lernen und ich ihn niemals weiter drängen möchte als seine Grenzen sind. Da ich (wir) keine mehr wirklich habe. Durch das erlebte Überschreiten in der Vergangenheit, würde ich bei vielem viel weiter gehen als gesundheitlich gesund wäre. Deshalb waren seine Grenzen auch umso wichtiger für mich, da er ein gesundes Mass hatte. Aber er musste es sich auch verdienen in dem er uns gleichzeitig gut behandelte, sprich auf Augenhöhe. Es ist auch wichtig, dass er uns Zeit gibt, da meine EP’s in seiner Gegenwart ständig wechselten, konnte ich nicht immer auf alles passend reagieren und reagierte manchmal auch mit Abneigung oder es ist mir egal. Nur wenn wir angenehme Gefühle in der Gegenwart Person haben, geltet dieser Vertrag. Es ist untersagt denen nahe zu kommen, wenn wir nichts oder abstossende Gefühle empfinden. Er wusste nichts von dem Vertrag als wir Kontakt hatten.

Die angenehmen Gefühle in seiner Gegenwart überforderten mich lange sehr, da ich nie lernte, wie an sich mit starken angenehmen Gefühlen verhält. Er bestimmte auch nichts, machte mir keine Regeln, was es für mich noch schwieriger machte, damit umzugehen. Ich schätzte es einerseits, aber wegen der Überforderung mit den Gefühlen und den EP’s, verletzte ich ihn emotional auch öfters indem ich ihn zurückgewiesen hatte oder dumme Aktionen abzog. Ich lernte daraus, dass es wichtig ist, dass das Gegenüber Dinge erklären sollte, da ich (wir) vieles erst noch lernen müssen. Es kommen ständig neue EP’s hinzu, die nur ihre Funktion kennen und nichts darüber hinaus. Deshalb verstehen sie auch nicht, wenn das Gegenüber anders reagiert, handelt, usw. als man es lernte und manche beginnen dann au zu rebellieren, indem der EP das Gegenüber in die Rolle zwängen will, die es vom gewohnten Umfeld her kannte.

Ihr müsst auch für euch selbst herausfinden, was ihr dem Gegenüber über euch und den traumatisierenden Erfahrungen erzählen wollt und was nicht. Nach meiner Erfahrung lernte ich, dass man es im groben erwähnen kann, aber die Details müssen nicht bekannt sein. Es kann für das Gegenüber belastender sein zu wissen, was man in diesen Kreisen alles erlebte. Wir, die in den Täterkreisen aufwachsen gewöhnen uns daran, aber für die, die ein gesundes oder gesünderes Umfeld hatten, sind unsere Erfahrungen schockierend. Seit ich den emotionalen ANP zugelassen habe, kann ich verstehen, warum andere geschockt sind und es als schlimm ansehen. Möchte das gegenüber mehr wissen, wird es von sich aus nachfragen. Ihr dürft jederzeit auch sagen, wenn ihr darüber nicht weiterreden wollt.

Ich finde es wichtig, dass die andere Person, weiss dass ihr Flashbacks, Panikattacken habt und was in diesem Moment hilfreich wäre. Wenn ihr es in der Gegenwart von anderen habt, können sie sich hilflos und überfordert fühlen. Wo möglich denkt ihr dabei, es ist mein Problem und ich allein trage die Verantwortung für mich, dem ist leider nicht so. Sobald ihr mit jemandem trifft, gebt ihr etwas Verantwortung an die andere Person ab und die andere Person an euch. Jemanden in kalte Wasser zu schmeissen, kann heftig sein. Genauso auch selbst ins kalte Wasser geworfen zu werden.

Macht eure Erfahrungen, aber macht euch keinen Druck. Ihr werdet irgendwann herausfinden, was ihr wollt oder mindestens was/ wer euch guttut.

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