Kontakt mit der Familie behalten?
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Kontakt mit der Familie behalten?

Kontakt mit der Familie behalten?

Um ehrlich zu sein, spielt es keine Rolle, ob die ganze Familie Mitglied ist oder nicht, um zu entscheiden, ob man weiterhin Kontakt mit ihnen haben soll, wenn man allein austritt. Ist die ganze Familie involviert, ist es leicht zu verstehen, dass sie einen versuchen zurückzuhalten und zum Bleiben zu zwingen, wenn man es nicht freiwillig tut.

Doch was tue ich, wenn nur meine Eltern und evtl. Geschwister darin verstrickt sind und der Rest der Familie nicht? Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, macht euch darauf gefasst, dass ihr mit allen den Kontakt abbrechen müsst, die Blutsverwandt sind. Der eine Grund ist, dass sie zwischen den Stühlen stehen werden und sich entscheiden müssen. Die Frage ist dann, zu wem halten sie. Die Antwort kann ich euch nicht geben.

Ich kann euch nur erzählen, was ich tat. Anfangs erzählte ich nur von Missbrauch durch meinen Vater, weil ich dachte, mir würde das auch kaum jemand glauben. Ich wählte meine Worte möglichst sachte. Doch irgendwann kam das ganze heraus. Ich merkte, dass man mir nicht mehr glaubte, aber Kontakt wollten sie trotzdem. Sie versuchten mich zu überzeugen, dass ich Wahnvorstellungen, False Memory Syndrom habe, wie es meine Eltern immer sagten. Ich merkte, wie es in mir kippte. Ich musste mich entscheiden, entweder ich lasse mich beeinflussen und manipulieren wie früher und bringe mein jetziges Leben nicht mehr auf die Reihe oder ich entscheide mich bewusst dagegen und lasse nur noch Menschen in mein Leben, die meinen Worten Glauben schenken und denen ich ihnen vertrauen kann. Nur durch ein ehrliches auf Vertrauen basierendes Verhältnis zu meinen Mitmenschen, kann ich ein stabiles Leben angehen und gesund werden. Ich kann nichts aufarbeiten und den Schmerz durchleiden, wenn ich mir ausrede wie früher, es ist nicht passiert. Ich habe mich für mich entschieden und Menschen gefunden, die mich unterstützen und die ich heute auch als Familie ansehe. Sie bedeuten mir mehr als meine Familie jemals, weil ich sie selbst aussuchen konnte und nur noch mit denen zu tun habe, die mir NICHT schaden, NICHT anlügen, NICHT über meine Grenzen gehen. Sie bringen mich zum Lachen, muntern mich auf, wenn ich traurig bin. Sie machen mir keine Angst. Ich darf sein, wie ich bin. Es ist alles echt und nichts ist bloss gespielt oder gelogen, um irgendein Ziel zu erreichen. Ich bin dankbar für mein jetziges Umfeld und die Erfahrungen, die ich mit ihnen sammeln konnte und noch werde. Es war schwer für mich keine Familie mehr zu haben. Ich durchlitt einen grossen Verlust, obwohl sie mir nicht gut tat. Es braucht Zeit bis diese Wunde heilt und man muss standhaft bleiben. Doch irgendwann lässt dieser Schmerz nach und man findet irgendwann etwas, was diesen Schmerz durch etwas viel Schöneres, Bedeutsameres ausfüllen kann und man es erkennt und annimmt. Ich habe durch den Abstand zu meiner Familie, Gefühle kennen gelernt und näher an mich heran gelassen durch meine Mitmenschen, die ich noch nie zuvor empfand. Ich fühle mich zwischendurch wohl, geborgen, sicher, stabil, angenommen. Ich empfinde Liebe, bedingungslose Liebe. Manchmal scheint auch etwas Glücklichkeit durch die stürmische Wolke aus Emotionen, die sich sehr langsam legt.

Entscheidet selbst, wen ihr in eurem Leben wollt. Dabei spielt es keine Rolle, was ihr denkt verdient zu haben, sondern was euch guttut. WEN WOLLT IHR? WEN NICHT? Mein Tipp an euch, sortiert vorsichtig aus. Zu viel, zu schnell aussortieren, kann Rückschläge hervorrufen. Gewohnheiten und Denkweisen ändern sich nicht schnell.

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