Anzeige erstatten oder nicht?
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Anzeige erstatten oder nicht?

Anzeige erstatten oder nicht?

Leider kann ich diese Antwort nicht mit einem ja oder nein beantworten. Es spielen viele verschiedene Faktoren eine bedeutende Rolle. Die psychische Verfassung, das Umfeld, die Beweislage und ob man bei diesem Prozess Unterstützung hat von einer Anwältin/ einem Anwalt, vertrauenswürdige Bezugsperson und ein Auffangsnetz. Entscheiden, ob ihr es tut, müsst ihr selbst. Ich kann nur von meinen Erfahrungen sprechen und was dabei wichtig ist zu beachten. Mir selbst legte die Anzeige auch Steine in den Weg und ich musste deshalb mehr allein durchstehen als erhofft. Doch dadurch brach bei mir endgültig das Schweigen und ich nahm Kontakt mit dem Verein Cara auf und entwickelte diese Webseite, damit andere nicht genauso abgewiesen werden, wie ich, wenn sie die Hilfe am Meisten brauchen.

Wenn ihr die Anzeige direkt nach dem Geschehen macht, habt ihr zwei Tage Bedenkzeit, wenn ihr euch sowieso schon gewaschen habt und auf dem WC wart. Die forensische Untersuchung kann Beweise bis zu drei Tage nach dem Tatgeschehen sichern, danach nicht mehr. Doch je länger ihr wartet, desto mehr körperliche Beweise verschwinden.

Nein

Wenn ihr in einer sehr schlechten psychischen Verfassung seid, ist die wichtige Frage, was hilft euch längerfristig? Macht es für euch selbst keinen Unterschied oder wollt ihr innerhalb von den nächsten zwei oder drei Jahren einen Stationären Aufenthalt machen? Dann wartet. Körperliche Beweise könnt ihr auch beim Spital im Notfall sichern, diese bleiben normalerweise ein Jahr dort. Wenn ihr einen Stationären Aufenthalt machen wollt, um euer Trauma aufzuarbeiten, werdet ihr nur aufgenommen, wenn kein Strafverfahren läuft, in dem ihr involviert seid. Auf die Akutstation und ins KIZ könnt ihr trotzdem jeder Zeit gehen, genauso wie in die Tagesklinik, ambulante Therapien und psychiatrische Spitex. Die Frage ist nur reicht das aus für die nächsten zwei bis drei Jahren. Die psychische Verfassung ist die Wichtigste, weshalb ihr zuerst auf euch achtgeben solltet bevor ihr nach dem Rechtlichen handelt und eine Anzeige erstattet. Ich will euch auch nicht überzeugen, es nicht zu tun, doch für mich wäre damals der Stationäre Aufenthalt auf der Traumas Station wichtiger gewesen als die Anzeige. Nur bekam ich eine Absage, als sie erfuhren, dass eine (mehrere) Anzeige läuft und diese noch nicht abgeschlossen ist. Ich war nach dieser Absage überfordert mit mir selbst, weil ich auf Entlastung und mehr Hilfe gehofft hatte. Mich klärte vor der Anzeige niemand auf, dass ich nicht aufgenommen werde, wenn ich mich wehre und eine Anzeige mache.

JA

Seid ihr in der Opferrolle und wollt raus? Dann tut’s. Doch tut es nicht aus Hass und weil ihr Gerechtigkeit wollt indem der Täter gesetzlich bestraft werden soll. Wieso ich das so missmutig erwähne? Weil bisher noch nie jemand wegen ritueller Gewalt ins Gefängnis kam oder eine Geldstrafe bekam in Europa. Bisher wurden immer alle freigesprochen, obwohl es eindeutige Beweise gab und Videoaufnahmen, die echt waren. Der Grund ist, weil viele, die mit ritueller Gewalt zu tun haben sprich dem Satanismus, sind in höheren Ämtern, reich, einflussreiche Leute sind und manipulieren das Rechtssystem. Die Opfer werden zum Beispiel zu einem Psychiater geschickt, der ein Gutachten machet und False Memory Syndrom diagnostiziert. Somit wird die Anklage fallen gelassen und das Thema ist vom Tisch. Ich selbst habe bis jetzt vier Anzeigen gemacht. Es hört nicht auf, wenn man eine gemacht hat, die lassen ein dann immer noch nicht in Ruhe. Für mich hatten die Anzeigen mehrere Gründe es zu tun, weil ich nicht in der Opferrolle bleiben will und den Tätern zeigen will, dass ich mich jedes Mal wieder zu Wehr setzte, wenn ich nicht mehr wehrlos in ihrer Gegenwart bin. Ich werde nicht mehr schweigen wie früher. Ich mache es für mich selbst zum mir zeigen, dass ich immer noch kämpfe, nicht aufgegeben habe und das, was die tun, falsch ist. Ich persönlich werde es nie akzeptieren und als richtig ansehen, auch wenn der Schmerz realer und spürbarer wird (Er geht vorbei, irgendwann wird’s weniger). Dass ich immer wieder Anzeigen gemacht habe nach den Vorfällen, bedeutet für mich auch, dass ich noch immer hoffe. Ich hoffe einen Weg zu finden, um in Ruhe gelassen zu werden und ein normales Leben führen zu können. Ich habe mir das schon als kleines Kind selbst versprochen und ich werde dieses Versprechen mir gegenüber halten. Genauso habe ich anderen, die vor meinen Augen umgebracht wurden, versprochen, dass ich einen Weg finden werde, ihnen zu helfen, denen die noch leben.

Macht eine Pro- und Kontraliste, diese kann euch nützlich sein für den Entscheid. Mein Tipp an euch ist, lasst euch niemals von der Angst leiten etwas nicht zu tun! Man kann kein glückliches Leben führen, wenn man sich ihr nicht stellt und alles vermeidet.

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